Von Umzügen, Fluchten und dem, das wichtig ist

Wir stehen kurz vor dem Umzug. Was bedeutet, dass wir neben der Arbeit entweder Kartons packen oder vor den Kartons flüchten. Wochentags packe ich meist abends ein paar Dinge ein, an den Wochenenden versuche ich so gut wie möglich einen Ausgleich zu schaffen, in dem wir mehr Zeit als sonst draußen verbringen.  Denn wir können die Kartons schon jetzt nicht mehr sehen… 

Das vergangene Wochenende war ein Erholungswochenende für uns, wir haben die Kartons weitestgehend ignoriert und viel Zeit miteinander verbracht. In diesem Falle bedeutet „miteinander“ übrigens nicht nur, dass wir beieinander sind. Dass sind wir so gut wie ständig. Es bedeutet, dass wir uns miteinander beschäftigt haben, Wanderungen gemacht haben, Tricks geübt und ähnliches.

Erholungsprogramm

Der Einstieg in unser Erholungsprogramm begann Freitag nach der Arbeit. Nachdem wir bei Sonnenschein eine große Runde gedreht hatten, habe ich Charlie und Lis ausführlich gekämmt und danach mit ihnen im Hof gespielt. Gekämmt werden sie wöchentlich, Zeit für ein ausgelassenes Spiel danach habe ich leider nicht immer. Umso mehr genossen wir alle drei den Spaß.

Lis sieht man an, dass sie während des Kämmens und danach nicht so viel Spaß hatte, erst als wir klickerten, entspannte sich ihre Laune.

Samstag haben wir mittags eine ausgedehnte Runde durch den Wald gedreht, das Wetter spielte mit und wir waren sehr lange unterwegs. Dabei haben wir immer mal wieder Unfug veranstaltet: auf Baumstämme springen, Hindernisse umrunden und ähnliches. Am Ende der Runde stießen wir auf eine „Skulptur“ aus Holz, die sich hervorragend als Sitzgelegenheit für Lis eignete. Ich gab ihr ein kurzes Zeichen, sie kletterte darauf und thronte in der Sonne. Charlie fühlte sich dadurch etwas benachteiligt und versuchte, ebenso einen gemütlichen Sitzplatz im Hang zu finden, was ihm nicht so recht gelang..

Ab ins Siebengebirge

Sonntag entschieden wir uns für eine Wanderung im Siebengebirge. Wir wollten zur Löwenburg-Ruine und danach auf den Drachenfels. Es war zwar nicht sonnig, aber doch warm und schwül, weshalb wir den Weg zum Drachenfels Lis zuliebe dann doch mit dem Auto zurück legten und dort auch so parkten, dass wir uns einen Teil des Aufstiegs sparten. Den Weg zur Löwenburg hingegen legten wir zu Fuß zurück, das letzte Stück des Anstiegs war für Lis anstrengend und die Steintreppen zur Ruine hinauf trug ich sie. Charlie hatte hingegen sichtlichen Spaß! Er genoss die Strecke, stromerte von rechts nach links und fand es besonders spannend, wenn ich ihn auf Hindernisse springen ließ. Ich bin fasziniert, wie sehr er mir vertraut. Ich klopfe mit der Hand auf ein Hindernis (eine Mauer, einen Felsbrocken) und  sage „Hopp!“ und Charlie springt. Er geht einfach davon aus, dass ich schon weiß, was ich tue und vertraut darauf, dass ich ihn richtig lotse. Durch mein Klopfen scheint er die Höhe gut abschätzen zu können, meist springt er etwas höher, als nötig. Und dass die Fläche zur Landung groß genug ist, obliegt mir. Für Fotos bekommt er dann noch ein Kommando wie „Sitz“ oder „Platz“ und danach natürlich eine Belohnung. Von einer Mauer habe ich ihn zur Sicherheit danach herunter gehoben, der Untergrund war sehr hart und ich wollte nicht, dass er sich beim Aufsetzen auf den Boden verletzt. Von einigen Hindernissen lasse ich ihn an der Leine geführt herab springen, dabei gebe ich ihm mit der Leine die Richtung vor.

 

Die Nibelungensage

Auf dem Drachenfels gibt es die Nibelungen-Halle.  Dort kann man Gemälde, die die Nibelungen-Sage darstellen, anschauen. Die Halle als solche ist erstaunlich klein, die Atmosphäre hingegen mag ich sehr. Die Halle ist kalt, wirkt mystisch und lässt mich ganz in die Atmosphäre der Bilder eintauchen. Es läuft Musik aus „Der Ring des Nibelungen“ und während man sich die Gemälde zu Sage anschaut, schafft Wagners Musik die richtige Stimmung.

Das beste jedoch: Hunde sind willkommene Gäste! Unglaublich. In dieser Halle inmitten der Sage zu stehen, die Bilder, die kühle Luft, Opernmusik im Ohr und zwei Hunde an der Leine. Ein Hochgefühl! Lis und Charlie waren tiefen-entspannt, selbst als zwei weitere Hunde in die Halle kamen. Lis schaute noch nicht mal hin, ob wohl die Beiden sehr nah an uns vorbei gingen. Und auch Charlie unterdrückte seinen Zwang, jeden Hund begrüßen zu wollen. (Ich muss dringend testen, ob Opern beruhigend auf die Beiden wirken.) In solchen Momenten wünsche ich mir mehr Museen und Einrichtungen, die das Mitführen von Hunden gestatten.

Verlässt man die Halle, kann man einen steinernen Drachen bestaunen. Der Sage nach erlegte Siegfried auf dem Drachenfels einen Drachen, badete in dessen Blut und erlangte so seine Unverwundbarkeit.

Dieser Ausflug am Sonntag war wunderbar, die Kombination aus Bewegung, Natur, Kultur und Spaß tat uns allen gut, so dass wir abends zu Hause alle erschöpft und zufrieden in unsere Kissen sanken.

Nach solchen Erlebnissen wird mir klar: Auch wenn ich mal nicht so viel Zeit für die Beiden habe und andere Dinge Vorrang haben, weil zum Beispiel ein Umzugstermin fest steht, unserer Beziehung schadet es nicht unbedingt. In dem Moment, in dem ich einen Ausgleich für uns schaffe, ist alles wieder gut. Wir haben Spaß miteinander, sind ausgelassen, vertrauen einander und genießen die Zeit. Auch wenn es mal Tage gibt, an denen die Beiden zu kurz kommen, es schadet unserer Bindung nicht. Charlie vertraut mir weiterhin, genießt das Mehr an Aufmerksamkeit und hat einfach Freude an allem, das wir gemeinsam tun. Und das ist für mich das Wichtigste: Dass es beiden Hunden gut geht.

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4 Kommentare

  1. Unverwundbar? War da nicht etwas mit einem Eichenblatt, das ihm zum Verhängnis wurde? *Im Gedächtnis wühl*

    Sieht auf jedenfall sehr hübsch aus. Ich bin überrascht, wo Lis noch überall draufklettert 🙂

  2. Bei uns gibt es ein Steinzeitdorf,dort ist es auch erlaubt Hunde mitzuführen…Solange es den Tieren gut geht,geht es uns auch gut… 🙂

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