Dreipunktecharlie

Ein Hund mit PRA

Was ist eigentlich dieses Weihnachten?

Wie auch im vergangenen Jahr nehmen wir an einem Adventskalender für Blogger teil. Doch dieses Jahr ist es etwas Besonderes, denn es ist ein Kalender von Hundebloggern, initiiert und organisiert vom wunderbaren The Pell-Mell Pack. Den vollständigen Kalender findet ihr hier: Dogblogger Adventskalender. Und in diesem Jahr werden wir kein Keks-Rezept backen und dokumentieren, sondern uns einfach ein paar Gedanken rund um dieses “Weihnachten” machen. Wie erleben Charlie und Lis diese Zeit? Was ist anders bei uns?

Der gestrige Beitrag von Hundereise – Pfoten on tour steht Euch hier zum Nachlesen bereit, schaut mal rein, was das wundervolle Team bestehend aus zwei Zweibeinern, zwei Galgas und zwei Französischen Bulldoggen zur heiligen Barbara zu berichten hatte.

Weihnachten gestern und heute

Denke ich an Weihnachten, habe ich viele warme Erinnerungen. Mit meiner Mutter bastelten mein Bruder und ich unter anderem Adventskalender, in einem Jahr einen aus Toiletten-Papier-Rollen in Form eines Weihnachtsbaumes. Meine Mutter befüllte den Kalender mit Süßigkeiten und netten Kleinigkeiten. Für uns Kinder war das ein Event. Heute kenne ich viele Kinder, die auch einen Adventskalender haben. Lego-Technik, Prinzessin-Irgendwas-in-Pink – auf jeden Fall gekauft und kommerziell. Klar, auch ich habe eine tolle Freundin, die für ihren Neffen auch heute noch einen Kalender bastelt, sie ist aber in meinem Umfeld die Ausnahme.

Wir haben zusammen gebacken. So richtig, mit Mehl, Milch und Eiern. Was für eine Sauerei! Meine Mutter erlaubte uns sogar bunte essbare Perlen, die ich mit klebrigen Fingern auf dem Zuckerguss verteilte. Die heilige Barbara kam über Nacht und prüfte die Schuhe auf Sauberkeit und der Nikolaus brachte nachts einen Teller, auf dem tatsächlich auch Mandarinen lagen! Als Kind war ich darüber nicht immer erfreut, heute erinnert mich der Duft von Mandarinen immer automatisch an Nikolaus.

Ich gehöre nicht zu der “Früher war alles besser”-Fraktion, wundere mich aber heute manchmal, wie schnelllebig und schrill Weihnachten geworden ist. Es gibt Bücher und Zeitschriften zum Thema Achtsamkeit, zur Entschleunigung. Und die Zeit, die sich dafür anbieten würde, verschwenden manche Menschen damit, hektisch nach Geschenken zu suchen.

Advent und Heilig Abend

Jeden Sonntag im Advent wurde eine neue Kerze auf dem Adventskranz gezündet. Meine Mutter war und ist allerdings Perfektionistin und ersetze die abgebrannten Kerzen zu diesem Anlass immer, so dass wir Sonntags ausschließlich neue Kerzen in der richtigen Anzahl zündeten. Welch Freude, als wir alt genug waren, auch mal das Streichholz zu zünden!

Ab dem 23.12.  wurde unser Wohnzimmer verschlossen. Das Christkind brauchte den Raum für sich alleine. In Person meiner Eltern schmückte es dort nachts den Baum und baute die Geschenke auf. Heiligabend saßen mein Bruder und ich auf heißen Kohlen und warteten den Einbruch der Dunkelheit ungeduldig ab. Denn mit Einbruch der Dunkelheit hatte das Christkind sein Werk vollendet, läutete das Glöckchen und wir durften wieder ins Wohnzimmer zur Bescherung. Einige Jahre trugen mein Bruder und ich unter dem Baum Gedichte, Lieder oder Klavierstücke vor, die Blockflöte kam zum Wohl aller nur einmalig zum Einsatz. Dann wurde beschert und im Kreise der Familie gegessen. Später am Abend saß ich viele Male in meiner Kindheit im Körbchen unseres Hundes und wartete auf Antwort: Ich hatte gehört, dass Tiere in der Heiligen Nacht sprechen könnten. So stellte ich Fragen und hoffte. Bis heute wurde diese Hoffnung nicht durch eine ausgesprochene Antwort erfüllt, unausgesprochene Antworten erhielt ich hingegen viele.

Bescherung auch für den Hund

Meine Eltern lebten meine Kindheit lang immer mit Hunden zusammen. Und aus Gründen der Gleichbehandlung fand sich unter dem Weihnachtsbaum auch immer ein Päckchen für den Hund. Mit einem Kauknochen oder ähnlichem darin. Groß war meine Freude, wenn unser Boxer Uncas oder später unser Schäferhund Paco das Papier zerfetzten und den Knochen stundenlang bearbeiteten.

Diese Tradition habe ich auch übernommen. Unter meinem Baum liegt immer ein Päckchen für die Hunde. Ich genieße es, wenn Lis das Papier zerfetzt, in einem Meer von Schnipseln liegt und ihre Beute vertilgt. Oder Charlie total überfordert ist, das Papier nicht entfernt bekommt und sich einfach nur fragt, warum ich das leckere Teil nicht ohne Verpackung überreiche.

Unser Weihnachten

Nehmen Charlie und Lis wahr, dass die Weihnachtszeit etwas besonderes ist?  Auf jeden Fall nehmen sie wahr, dass sich bei uns einiges verändert! Die Wohnung wird geschmückt, es riecht nach Tannennadeln und es brennen häufiger Kerzen. Und sie dürfen viel häufiger Teigschüsseln auslecken! Mangels Kindern “müssen” sie das nämlich tun. War es früher mein Privileg, mit Erlaubnis meiner Mutter den süßen Teig mit dem Finger aus der Schüssel zu heben, so überlasse ich heute Charlie und Lis den Genuss. Und nach dem Backen dürfen sie immer das erste (Hunde-)Plätzchen probieren, sobald die Plätzchen ausgekühlt sind.

Und natürlich wird ein Tannenbaum zu Heiligabend geschmückt! Zwar verschließe ich nicht das Wohnzimmer, da Charlie und Lis nicht dazu neigen, das Christkind zu stören, aber einen Baum und die dazugehörigen Rituale haben auch wir. Zur Bescherung liegen die Geschenke darunter und Lis, der alte Hase, weiß genau: Eines ist für sie. Alle Geschenke werden beschnüffelt und geprüft, bis sie ihres gefunden hat. Charlie ist noch nicht so selbstständig, er wartet ab, bis ich sein Geschenk überreiche.

Und die Hunde müssen “leiden”, jedes Jahr aufs neue. Entweder drapiere ich sie vor dem Baum oder ziehe ihnen “doofe” Weihnachtsdeko an. Sie ertragen es mit Würde und lassen das traditionelle Weihnachtsfoto über sich ergehen. Denn am Ende wartet als Belohnung ein selbstgebackenes Hunde-Plätzchen auf Sie.

Besinnlichkeit

Ich versuche generell, mich nicht vom allgemeinen Weihnachtsstress anstecken zu lassen, diese Zeit bewusst wahrzunehmen. Es gefällt mir, dass die winterliche Dunkelheit von so vielen Kerzen und Lichtern erhellt wird, Plätzchen und Kakao eine Wärme in der kalten Winterluft ausstrahlen. Und ab und an nehme ich sogar mein altes Kinderbuch “Warten auf Weihnachten” zur Hand und blättere darin. Sobald es schneit, stürze ich mit den Hunden nach Draußen, egal ob Tag oder Nacht. Die ersten Schneeflocken sind heilig! Genau so wie der Spaziergang an Weihnachten, vor der Bescherung. Und der am ersten Weihnachtstag nach dem Frühstück. Jedes Jahr aufs neue sehne ich mich nach Schnee und klarer Luft, nach einer Schneeballschlacht mit kalten Fingern. Und freue mich wie ein Kind, wenn Schnee fällt und ich Charlie und Lis mit Schneebällen bewerfen kann.

 

Was ist also Weihnachten für uns?

Für Charlie und Lis bedeutet Weihnachten wahrscheinlich gar nichts und sie weigern sich auch beharrlich, in der Heiligen Nacht meine Sprache zu sprechen. Aber es ist eine Zeit, in der wir versuchen, viel zu entspannen, zu Hause zu genießen und zu kuscheln. Wir sind nicht mehr so viel draußen abends, dafür beschäftigen wir uns in der Wohnung. Spiele, Tricks, Kuschel-Einheiten auf der Wolldecke. Ob man es nun Weihnachtszeit oder Winterzeit nennt, ist wahrscheinlich egal. Es ist eine Zeit, die ich sehr bewusst wahrnehme. In Kindheitserinnerungen schwelge, wahrnehme, wie gut es uns geht. Ich versuche öfter anderen etwas Gutes zu tun, meine Freude zu teilen. Ich versuche, die Dunkelheit des Winters zu vertreiben und mit wohliger Wärme zu erfüllen.

Was bedeutet Weihnachten für Euch?

Ach übrigens: Morgen geht es richtig rund: Der Nikolaus wird bei Loki The Border mit einer DIY Leckerliepyramide gefeiert! Das solltet Ihr nicht verpassen.

 

 

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21 Kommentare

  1. Hach… ich fühle mich sofort wieder wie ein Kind… wir sind ums Wohnzimmer rumgeschlichen und waren neugierig. Mein Papa hat immer die Türklinke abmontiert, damit wir nicht reinkommen und wir haben durch das Loch der Klinke gespäht. Wir sind in den Garten und haben versucht durch die Fenster etwas zu sehen… dazu der Geruch nach Plätzchen, Tannennadeln, Kerzen und einfach Weihnachten… Ja, jetzt bin ich in Weihnachtsstimmung!

    Flauschige und weihnachtlich angehauchte Grüße
    Sandra & Shiva

    • Bei uns würde immer abgeschlossen und die Rolllade nach unten gefahren. Unser Christkind war sehr vorsichtig. 😉
      Und das Wohnzimmer war einfach für uns der Ort, für den wir den ganzen Nachmittag alles gegeben hätten. 😂
      Schön, dass es bei Euch auch so war!

      • Ihr geliebten 2 Hunde,
        Eure Mami hat einen zauberhaften Text zum Thema Weihnachten geschrieben und dieser hat mich tief berührt, denn auch bei mir Zuhause ging es sehr ähnlich zu, jedoch leider ohne Tiere. Meine Liebe zu Tieren ist sehr gross und kaum war ich verheiratet und erwartete mein 1. Kind, kaufte ich mir einen wunderschönen Cocker Spaniel namens Lucky, der meine ganze Liebe war und dieser lag dann immer unter der Wiege meines Sohnes. Aber nicht genug, ich erwartete sofort wieder ein Kind und so entdeckte ich einen goldigen kleinen Dalmatiner mit braunen Flecken, der mein Herz sofort gewann und er wuchs und wuchs und erreichte bald die Grösse einer Dogge, wahrscheinlich viel zu viel Vitamine. Meine Tochter kam auf die Welt und King lag sofort zusammengerollt unter der Wiege und verteidigte diese gegen für sie Fremde. Aber schon war Tochter Nr 3 unterwegs und eine liebe Tante von mir schenkte mir einen silbergrauen mittelgrossen Pudel namens Grisley und auch er wusste mein Kind zu verteidigen. Sehr bald durfte Grisley die grosse weite Welt kennenlernen und uns nach Südamerika folgen. Fröhlich wie immer, ging er viel mit mir und den 3 Kindern spazieren und entdeckten so Land und Leute. Als er nach knapp 15 Jahren starb, gründete eine alte Dame mit mir einen privaten Hundefriedhof, der aber nach ihrem Tod und meiner Rückkehr nach Europa wieder einschlief und dies zu meinem Leidwesen. Aber warum erzähl ich Euch all das, Ihr geliebten beide Hunde? Ihr sollt wissen, dass ich Euch sehr mag und ich mich auf die gemeinsame baldige Reise mit Euch freue und, da wir mehrere Tage im weihnachtlich geschmückten Salon zusammen sein werden, werde ich Euch besser kennenlernen und bis dahin wünsche ich Euch alles Gute und hoffe, dass Ihr bald im Schnee umhertoben könnt. Eine Freundin!

        • Liebste Freundin,

          wir freuen uns auch schon sehr auf die Reise und die gemeinsamen Tage mit Dir und werden mit Sicherheit dann auch persönlich in alten Geschichten schwelgen und zusammen neue schreiben!

          Alles Liebe und bis bald
          Sandra mit Charlie und Lis

  2. Ach ihr Lieben, irgendwie hat mich euer Text zum weinen gebracht, mir wurde so schmerzlich bewusst das dieses Jahr Rituale gestorben sind, Rituale wurden mit den geliebten Personen beerdigt. Der Kaffeesahnekuchen den es an jedem zweiten Weihnachtsfeiertag bei meiner Oma gab, wird es so in dieser Form nicht mehr geben. Aber die Erinnerungen glühen in einem wie kleine rote Kohlen. Kohlen voller Liebe und Zuneigung, Kleinigkeiten die einem zum Schmunzeln bewegen. Das man seinen Wunschzettel auf die Fensterbank gelegt hat und gehofft hat das man sieht wie das Christkindchen den Wunschzettel abholt. Komisch nur das das Christkindchen die gleiche Schuhgröße wie mein Papa hat, reiner Zufall ist mir heute klar. Das empfinden das Weihnachten etwas besonderes ist, etwas besinnliches, ist immer mehr mit meinem Arbeitsalltag verschmolzen. Ich muss mir viel bewusster die Sinnliche Zeit nehmen und es genießen, mir Weihnachtsfilme ansehen, kleine Geschichten lesen und Plätzchen backen mit klebrigen Fingern und schüßelauslecken. Für mich gehört irgendwie der film der Kleine Lord zu weihnachten und ich empfinde es immer wieder als ein kleines Wunder. danke für euren tollen Artikel der einem noch mal zeigt was wirklich wichtig ist.

    • Ich finde es wunderschön, dass auch Du so warme Erinnerungen an Weihnachten und die Rituale hast. Das kann uns niemand nehmen und macht uns reich.
      Und für die, die nicht mehr da sind, ist auch immer Platz im Herzen. Weshalb sie weiterhin bei uns sind.

  3. Danke für diesen schönen Artikel! Dadurch ist mir erst so richtig bewusst geworden, wie stressig wir uns diese eigentlich besinnliche Zeit doch immer wieder machen..
    Dieses Jahr nehme ich mir bewusst Zeit, um zu entspannen und zu genießen, wie gut wir es haben.

    Ich danke dir und wünsche euch eine wunderbare Weihnachtszeit voller kuscheliger und schöner Momente.

    Doxa mit Hayley Unfall Darida

  4. Weihnachten ist für mich auch etwas ganz besonderes. Ich halte noch vieles so wie wir es in meiner Kindheit gemacht haben. Vom Plätzchen backen bis hin zu den selbstgebastelten Kalendern. Ich liebe diese Zeit einfach, das geheimnisvolle, besinnliche und gehe diese Zeit immer bewusst ruhig und entspannt an. Stress lass ich uns absolut nicht machen, dafür ist diese Zeit für mich viel zu kostbar.
    Du hast es wunderbar in Worte gefasst, was an Weihnachten wirklich wichtig ist.
    Liebe Grüße
    Jasmin mit Nora, Rico und Sam

  5. Bei uns ist Weihnachten immer sehr ruhig, mein Mann und ich arbeiten im Lebensmittel Einzelhandel und genießen das besinnliche. Auch früher war Weihnachten immer etwas besonderes. Schöne Adventszeit noch.

  6. Hach ja, Weihnachten wird dieses Jahr hier auch wieder gefeiert. Mit zuckerfreien Plätzchen. Übrigens finde ich es ja doch sehr sonderbar, dass du den Hunden die Teigschüssel überlässt, die Disziplin hätte ich ja nicht 😀
    Hast du dir denn selbst einen Adventskalender gebastelt? 😉

  7. Ach Gottchen ist das schön… habe deinen Beitrag schon heute Mittag im Büro gelesen und war so geflashbacked, dass ich gleich eine Diskussion über Kindheit und Weihnachten angezettelt habe… Zum Kommentar hinterlassen komme ich daher nun erst jetzt.
    Und ja: Unser Wohnzimmer war auch immer verschlossen, wir haben versucht durch das Schlüsselloch zu gucken, aber nie das Christkind erwischt. Dann hat es endlich nach dem Essen geläutet und wir durften rein. Mein Geigenspiel war zum Glück so furchtbar, dass wir gleich die Geschenke auspacken durften.
    Danke für diese Zeitreise!

  8. Wow! So schön geschrieben!
    Ich muss ehrlich sagen, ich brauche seit ein paar Jahren immer länger, um in besinnliche Weihnachtsstimmung zu kommen… Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich nun etwas weiter weg von Zuhause wohne und der Lieblingszweibeiner, Loki und ich erstmal eigene Rituale aufbauen müssen.
    Aber nachdem ich nun deinen Beitrag gelesen habe und selbst etwas in Erinnerungen schwelgen konnte, bin ich voll im Weihnachtsmodus! 😀
    Danke dafür!
    LG Bina

  9. Nun komme ich auch endlich dazu, deinen Text noch mal zu lesen.
    Und er ist wirklich wunderschön. Mit kleiner werdender Familie sind bei uns viele Traditionen eingeschlafen. Dein Text machte mir bewusst, dass es Zeit für neue wird. 😗
    Herzliche Grüße
    Stephie

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