Das ungarische Wasserschwein

Das ungarische Wasserschwein

Charlie liebt Wasser. Plantschen, darin wühlen, ein wenig Schwimmen, durch Pfützen rennen, in Matsch-Gruben springen – das würde er am liebsten den ganzen Tag lang tun.

Der Winter war hart für ihn. Pfützen gab es anfangs in unserer Region reichlich, das freudige Pfützen-Rennen war also gesichert. Aber bei Bächen und Teichen, so musste er wehklagend feststellen, ist Sandra gnadenlos. Nicht in eines dieser wundervollen Gewässer durfte er im Winter springen. Was er auch anstellte, ich habe es ihm verboten. Ich finde einfach, bei Minustemperaturen muss das nicht sein. Dann froren auch noch die Pfützen zu. Das war ihm vollkommen unverständlich. Wo war nur seine schöne braune Matsche hin?

Doch nun, Mitte März, endlich die Erlösung: 12 Grad Celsius und Sonnenschein. In der Mittagspause. Spaziergang am Teich im Wald. Doppelt toll. Der Teich und ein zufließender Bach. Charlie war wirklich aufgeregt und als er sich dann mal wieder fragend zu mir umdrehte um zu prüfen, ob er ein „OK“ zugerufen bekommt, konnte er sein Glück heute nicht fassen und ich musste zweimal „OK“ sagen, damit er endlich losflitze. Freudestrahlend ins Wasser. Wieder raus. Wieder rein. Schütteln. Mit der Nase unter Wasser, prustend. Schlamm aufwirbeln, schnaubend. Am Ufer hin und her rasen. Rüber zum Bach rennen. Durch den Bach rennen. Lis nass-schütteln. Wieder zum Teich. Schaubend, prustend, unbeschreiblich. Das sind die Momente, in denen ich sicher bin, dass neben dem Border Collie noch ungarisches Wasserschwein in seinen Genen verankert ist!

Gut, danach sahen wir alle drei aus wie Wasserschweine, denn obwohl Lis und ich dankend auf Schwimmen verzichtet haben, lies es sich nicht vermeiden, dass wir alle mindestens kniehoch voller Matsche-Spritzer waren, so sehr hat Charlie getobt. Ich musste uns dann alle am Auto trockenlegen. Aber Spaß hatten wir trotzdem!

Übrigens: Auch wenn seine Sehkraft bei Tageslicht immer schwächer wird, so tobt und spielt er, wie jeder andere Hund. Das liegt zum einen an seiner unbändigen Lebensfreude, zum anderen daran, dass er die örtlichen Gegebenheiten kennt und sich dort quasi „blind zurecht findet“.

 

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2 Antworten

  1. […] Charlie schlitterte über die Eisfläche, die Beine gingen ihm wie im Comic nach rechts und links weg und er rutschte auf dem Bauch liegend bis zum Ende der Pfütze. Da er ein kleiner Sonnenschein ist, verdarb ihm das natürlich nicht die Laune und er wollte auch nicht einsehen, was mit seiner Pfütze geschehen war. Also startete er einen zweiten Anlauf, etwas zaghafter allerdings. So rutschte er nicht mehr auf dem Bauch, sondern nur auf den Pfoten und bremste mit dem Kinn. Lis und ich standen kopfschüttelnd daneben. So was hatten wir beide noch nicht gesehen. Charlie startete bestimmt noch 5 weitere Versuche, in der zugefrorenen Pfütze zu baden. Natürlich ohne Erfolg. Danach näherte er sich allen Pfützen und Gewässern deutlich vorsichtiger und misstraute sämtlichen Eisflächen. Bis endlich das Frühjahr kam und er wieder voller Genuss seiner Leidenschaft, dem Schlammbaden, nachgehen konnte. Er ist und bleibt eben ein „Ungarisches Wasserschwein„. […]

  2. […] Charlie schlitterte über die Eisfläche, die Beine gingen ihm wie im Comic nach rechts und links weg und er rutschte auf dem Bauch liegend bis zum Ende der Pfütze. Da er ein kleiner Sonnenschein ist, verdarb ihm das natürlich nicht die Laune und er wollte auch nicht einsehen, was mit seiner Pfütze geschehen war. Also startete er einen zweiten Anlauf, etwas zaghafter allerdings. So rutschte er nicht mehr auf dem Bauch, sondern nur auf den Pfoten und bremste mit dem Kinn. Lis und ich standen kopfschüttelnd daneben. So was hatten wir beide noch nicht gesehen. Charlie startete bestimmt noch 5 weitere Versuche, in der zugefrorenen Pfütze zu baden. Natürlich ohne Erfolg. Danach näherte er sich allen Pfützen und Gewässern deutlich vorsichtiger und misstraute sämtlichen Eisflächen. Bis endlich das Frühjahr kam und er wieder voller Genuss seiner Leidenschaft, dem Schlammbaden, nachgehen konnte. Er ist und bleibt eben ein „Ungarisches Wasserschwein„. […]

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