Zu wenig Bewegung 

Zu wenig Bewegung 

Charlies Verletzung führt leider dazu, dass er nicht freilaufen und toben darf. Für ihn die Höchststrafe. Langsames Gehen, schlimmsten Falls in Lis Tempo, ist für ihn eine Qual.

Seine „Geschäfte“ an der Leine zu erledigen auch. Charlie verschwindet am liebsten im Unterholz. Gut geschützt vor neugierigen Blicken, fernab der Zivilisation. Also steige ich zur Zeit mit ihm an der 5m Flexileine ins Unterholz. 5m reichen aber nicht. Das ist ihm zu intim. Also nehme ich mein Smartphone und lese, während er im Umkreis nach einer passen Stelle sucht. Mache ich den Fehler, mich zu bewegen oder an der Leine zu ziehen, ist der Platz verbraucht und wir müssen einen neuen suchen. (Nur Hundehalter können so über die Körperfunktionen ihres Tieres kommunizieren, ohne sich zu schämen. ?)

Das nervt ihn und mich. Also lasse ich ihn verbotener Weise seit dem Wochenende immer mal wieder kurz von der Leine. Das hat dem Vorteil, dass er schneller eine geeignete Stelle findet und ich nicht ins Unterholz muss. Es hat den Nachteil, dass ich ihn die ganze Zeit dirigiere: „Langsam! Nicht springen! Langsam! Nicht so weit!“ Unglaublich, aber es klappt ganz gut. Danach kommt umgehend wieder an die Leine, da ich nicht am Ende der Runde heiser sein möchte.

Grundsätzlich merke ich, wie angespannt Charlie ist. Auch wenn ich versuche, anderweitig für Auslastung zu sorgen und wir zu Hause viele Indoor-Beschäftigungen machen, der Irre muss mal wieder rennen und seine 5-Minuten-Anfälle haben!

Ihm fehlt der Sprint, das ausgelassene Rennen und Spielen mit Kumpels. Er fiept momentan wie ein Irrer, sobald er seine Kumpels in der Umgebung wahr nimmt. Riecht er diese auf Distanz oder hört sie sogar bellen, geht es los: „Hey! Ich will da hin! Lass mich los!“

Ich leide mit ihm. Nicht etwa, weil er mir auf die Nerven geht, sondern weil ich seine diebische Freude vermisse, die er zeigt, wenn er rennen darf. Das Strahlen im Gesicht, das Hin und Her, das freudige Herankommen, wenn ich rufe. Zur Zeit frustrieren ihn Spaziergänge eher, er freut sich schon nicht mehr so überschwänglich, wenn ich die Leine in die Hand nehme. Er versteht sicherlich nicht warum, aber er weiß ganz genau, dass er nicht rennen darf. Selbst wenn wir große Runden gehen, damit wir genug Bewegung bekommen, kommt er dabei einfach nicht auf Betriebstemperatur. Danach ist er immer noch fit wie ein Flummi und würde am Liebsten noch ein paar Runden drehen. Er kommt für ihn nicht auf die Länge der Runde an, sondern auf das Tempo.

Gestern Abend wurden nun die Klammern gezogen, die Wundheilung läuft super! Leider ist das immer noch kein Freifahrtschein zum Freilauf in Höchstgeschwindigkeit, er muss noch mindestens eine Woche geschont werden, da die Hornhaut am Pfotenballen noch nicht wieder verschlossen ist und so Gefahr besteht, dass die Wunde wieder aufplatzt. Aber auch diese Zeit werden wir überstehen. Irgendwie.

winter

 

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