Talentfreie Zone!

Talentfreie Zone!

Die wundervolle Frau Alma und ihr Zweibeiner Anja haben über ihre talentfreie Zone geschrieben und andere Blogger dazu aufgefordert, sich ebenso zu outen. Da auch wir in letzer Zeit das Gefühl haben, immer mehr von Super-Hunden umgeben zu sein, finden wir die Idee klasse! Klar, Lis bewegt sich auch wie Superman, wenn sie ihr Mäntelchen trägt und Charlie ist für mich der größte Schatz, aber wir haben auch unsere Schwächen, aus denen ich selten einen Hehl mache. Meist gehe ich mit Selbstironie an diese Dinge heran und schäme mich wenig, dass wir sicherlich niemals die Besten in anerkannten Disziplinen wie Dogdance (Obwohl wir tanzen!), Agility, Obedience, Unterordnung oder „do as I do“ sein werden. Unser Schwerpunkt liegt im gut gelaunten Chaos und dem Überleben in freier Wildbahn als blinder Hund, tauber Hund und einer Halterin, die schon mal den Überblick verliert. 

Bei uns führt die Idee, ein Foto zu machen, bei dem Lis in die Kamera schaut dazu, dass ich im Flur fast von einer Leine umwickelt werde und zu Situationen wie dieser: „Zwei vollkommen aufgeregte Hunde, die sich benehmen, als hätte es seit Wochen – ach Monaten! – nichts mehr zu Futtern gegeben und absolut distanzlos um mich herum turnen. Ich mittendrin, durch den Wintermantel in meinen Bewegungen leicht eingeschränkt (Michelin lässt grüßen!) und beide Hände voll.“ (Nachzulesen ist der ganze Beitrag hier.)

Oder ich verliere im Wald den Überblick, weil Lis nichts hört und Charlie blind ist: „Es gibt aber auch Tage, da muss ich Lis einsammeln, weil sie den Sichtkontakt zu mir verloren hat und mich nicht hört. Währenddessen steckt Charlie in einer Böschung fest, weil er die Orientierung verloren hat. Dann fühle ich mich wie das Chaos höchstpersönlich und als hätte ich nichts im Griff. Charlie tut mir leid, weil er immer noch im Reisig hängt und keine Ahnung hat, in welche Richtung er herauskommen soll.“ (Nachzulesen im Beitrag „Auf und Ab„.)

Charlie kann bis heute nicht wirklich gut alleine zu Hause bleiben. Egal wie sehr ich übe, egal wie brav er mittlerweile im Zimmer liegen bleibt, das Alleine-Bleiben wird nie etwas sein, das er gerne macht. Ich habe Bücher zu dem Thema gelesen, diverse Trainingsvideos angeschaut, hunderte von Tipps bekommen, jedoch bis heute nicht das Gefühl, dass wir Fortschritte machen. Damit kann ich leben und stehe dazu. Es fehlt mir offensichtlich an Talent, ihm zu vermitteln, dass ich immer wieder nach Hause komme.

Und fast verzweifelt bin ich daran, Lis beizubringen, etwas zu fangen. Egal ob Leckerchen, Wurst oder Spielzeug, sie kann es einfach nicht. Verschließt die Augen und hofft, dass ich schlecht genug werfe um sie nicht zu treffen. Und wenn sie furchtbares Pech hat, habe ich gut geworfen und sie bekommt das Wurfobjekt mitten ins Gesicht. Darüber habe ich mich letzen Sommer schon öffentlich ausgelassen: „Sie hat schon Tennisbälle ins Gesicht bekommen und ganze Parties unterhalten, weil es unsere Freunde nicht glauben können, dass dieser Hund sich weigert, etwas aus der Luft zu schnappen. Erwachsene Männer haben stundenlang vor ihr gestanden und sie mit den tollsten Leckerchen beworfen. Ungläubig, verzweifelt. Ohne Erfolg.“ (Der ganze Beitrag ist hier zu finden.)

Ich gestehe, manchmal bin ich neidisch, wenn ich Videos von anderen Hunden sehe, die ihrem Halter auf Kommando auf den Rücken springen. Oder Frisbee spielen wie die Weltmeister. Es gibt sogar Menschen, die ihrem Pony bessere Tricks beibringen als ich meinen Hunden.

Mit diesem Gefühl sind wir wahrscheinlich auch nicht alleine, denn auch die WarnowTatzen berichten von diesem Phänomen. Und es ist klar: Charlie zieht oft an der Leine, Lis ist ein Proll und sozial inkompetent. Beide können hervorragend kläffen und ich bin das andere Ende der Leine, dem dieses „Fehlverhalten“ eigentlich in die Hände spielt. Ich muss morgens nicht in der Hausfrauenrunde auf der Wiese über die richtige Fütterung und neueste Heldentaten sprechen, weil wir einen großen Bogen gehen. Ich weiche aus, umgehe unsere Kontaktprobleme an der Leine.

Und trotzdem bin ich nicht unzufrieden. Wir kommen gut zurecht, haben Spaß, lieben uns und sind einfach so, wie wir sind.

buche

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