Fellwechsel-Jammern

Fellwechsel-Jammern

Frühjahr und Herbst sind eigentlich schöne Jahreszeiten, wäre das nicht der Fellwechsel. Letzen Herbst war es schon schlimm bei Charlie und Lis, aber in den letzten zwei Wochen komme ich mit Kämmen, Staubsaugen, Haare aus Dingen ausbürsten und Haare von Flächen wegwischen nicht mehr hinterher.

Fellpflege

Fellpflege betreiben wir zur Zeit zweimal die Woche, dabei halten wir uns an einen festen Ablauf, der mindestens eine halbe Stunde dauert:

Charlie wird zuerst gekämmt. Er ist immer aufgeregt und will unbedingt der Erste sein. Er steht, ich knie neben ihm und drehe ihn um seine eigene Achse, damit ich alle Körperstellen gut erreichen kann. Zuerst bearbeite ich ihn mit einer Unterfell-Bürste, er hat deutlich weniger Unterfell als Lis, weshalb der Vorgang bei ihm nicht so lange dauert. Danach massiere ich ihn mit einer Gummi-Bürste, die die losen Deckhaare aus dem Fell mitnimmt. Das ist meist eine sehr flusige Angelegenheit und macht mir deutlich weniger Spaß als ihm. Zu guter Letzt wische ich sein Fell mit einem Mikrofaser-Tuch ab, das nimmt gelöste Hautschüppchen gut auf. Dann folgt eine kleine Politur mit Kokosöl und die Fellpflege findet ihr Ende. Schnell noch eine Kontrolle oder Reinigung von Augen und Ohren und Charlie bekommt sein Leckerchen. Als er bei mir einzog fand er Kämmen und Körperpflege sehr überflüssig und war total angespannt, mehr als ein paar Bürstenstriche waren nicht möglich, ohne dass er zitterte und sabberte. Er durfte dann immer zuschauen, wie Lis gekämmt wurde und es ohne Schäden überlebte. Saß er entspannt neben Lis und mir, habe ich sein Verhalten sofort geklickert. Zwischendurch habe ich mit ihm gespielt und auch mal die Gummi-Bürste zum Apportieren Zweck-Entfremdet, bis er alle Vorbehalte verloren hat. Heute genießt er die Pflege-Einheiten und macht alles entspannt mit.

Lis lässt von Anfang an die Fellpflege über sich ergehen. Steht steif herum und wartet, bis es vorüber ist. Bei ihr dauert das Kämmen mit der Unterfell-Bürste eine gefühlte Ewigkeit, sie hat festes und dichtes Unterfell. Zur Zeit löst sich dieses in Büscheln, es gibt Tage, an denen ich sie kaum Streicheln mag, weil danach alles – wirklich alles – voller fliegender Haare ist. Lis wird danach mit einem Striegel ausgebürstet, die Gummibürste hat bei ihr keinerlei Wirkung. Natürlich muss auch sie sich der Behandlung mit Kokosöl und einer Reinigung von Augen und Ohren unterziehen, das findet sie besonders unangenehm.

Krallenpflege

Einmal im Monat schleife ich Beiden die Krallen mit einem Krallenschleifer, was mittlerweile sehr gut funktioniert. Aber auch hier steckt bei Charlie eine Menge Arbeit dahinter: Tagelang habe ich den Schleifer in allen denkbaren Situationen in die Hand genommen, gestartet, wieder abgeschaltet und weggelegt. Nur, damit Charlie sich an das Geräusch gewöhnt. Später habe ich den Schleifer eingeschaltet auf den Boden gelegt und Leckerchen darum herum verteilt, damit er lernt, dass der Schleifer ihn nicht anspringt. Denn genau so hat Charlie sich verhalten: Kaum war der Schleifer eingeschaltet (Er ist wirklich leise!) ging Charlie auf Abwehrhaltung und hat den Schleifer behandelt wie ein tollwütiges Frettchen. Immer auf Abstand, sprungbereit und auf der Hut. Nachdem Charlie Zeuge wurde, dass Lis Leckerchen aus dem Einzugsgebiet des Schleifers gefressen hatte, wurde auch er mutiger. Der Durchbruch war wohl, als er den Schleifer sogar beschnüffelt hat. Nach diesem Moment konnte ich dann anfangen, Krallen damit zu schleifen. Natürlich erst bei Lis, damit Charlie versteht, dass man diese Behandlung überlebt. Mittlerweile klappt das Schleifen auch bei Charlie sehr gut und ist für mich eine tolle Alternative zum Schneiden der Krallen.

Und auch, wenn ich behaupten kann, dass die Körperpflege bei Charlie und Lis unproblematisch ist, so möchte ich im Moment gerne jammern. Denn obwohl ich regelmäßig kämme und bürste, gibt es keinen Winkel in unserem Zuhause, im Auto und im Büro, in dem nicht Haare von den Beiden zu finden sind. Ich kann es kaum abwarten, dass der Frühling endlich vorbei ist und wir im Sommer Ruhe vor diesem haarigen Problem haben!

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