Gewitter-Rückfall

Gewitter-Rückfall

Bei den Unwettern der letzten Wochen war ich stolz auf Charlie. Sehr stolz. Er hat kaum noch auf die Gewitter reagiert, war bei Blitz und Donner nahezu entspannt.  Wir haben seit Monaten nicht mehr gepuckt oder sonstige Maßnahmen ergriffen, weil es keinen Anlass dazu gab. Charlie hat während der letzten Gewitter zwar ab und an den Kopf gehoben, ist mal aufgestanden und hat sich eine Bestätigung bei mir geholt, dass die Welt nicht untergeht, aber er war nicht mehr massiv gestresst.  Bis Samstag. Samstagnacht hatten wir ein sehr kräftiges Gewitter und Charlie ist wieder in alte Muster verfallen…

Das Unwetter brach sehr schnell los, Starkregen gepaart mit Donner und Blitzen. Nichts neues in unserer Region, aber am Samstag krachte es so laut, dass sogar ich einmal zusammen zuckte. Ich lag im Bett, die Hunde daneben in ihren Körbchen. Anfangs war Charlie entspannt, als dann ein heftiger Blitz gepaart mit einem lauten Krachen niederging, hielt er es nicht mehr aus. Er sprang auf, stellte sich vor das Bett und zitterte wie Espenlaub. Fing an zu sabbern und zu hecheln, wie schon lange nicht mehr. Ich sagte ein paar beruhigende Worte, leider ohne Erfolg. Also stand ich auf und ging mit ihm nach unten, öffnete die Türe, damit er sich „anschauen“ konnte, dass es wie aus Eimern goß und gewitterte. Leider ohne Erfolg. Er war total gestresst und kam nicht von sich aus zur Ruhe.

Erste Hilfe und Trösten 

Also gab ich ihm Rescue-Tropfen und wir gingen wieder nach oben. Er legte sich vor das Bett, den Kopf erhoben, zuckte bei jedem Blitz und jedem Donnerschlag. So nervös und fertig war er seit Monaten nicht mehr. Ich legte mich zum ihm auf den Boden, nahm in in den Arm und hoffte, über den Körperkontakt mehr Ruhe zu vermitteln. Leider auch ohne Erfolg, das tröstete ihn nicht. Ich versuchte es mehr als zehn Minuten lang, drang aber nicht zu ihm durch.

Dann halt nicht! 

Da Trösten, Ruhe und Gelassenheit offensichtlich nicht halfen, ich ihn aber auch nicht seiner labilen Verfassung überlassen wollte, entschied ich, etwas völlig anderes zu tun. Ich stand auf, ging wortlos in die Küche, wohin er mir folgte, nahm den Klicker und ein paar Leckerchen und legte los. Einfache Grundkommandos wie „Sitz“ und „Platz“. Charlie war anfangs total zögerlich, wollte sich noch nicht mal setzen. Hechelnd und vor Sabber triefend stand er vor mir und hielt mich für völlig verrückt. Ich wiederholte „Sitz“ und endlich setze er sich. Ich klickerte wie wild und stopfte ihm das Leckerchen regelrecht ins Maul. Nächstes Kommando. Klick. Leckerchen. Charlie machte mit. Sein „Will to please“ ist stärker als jede Angst. Wir steigerten uns, Kommando „Dreh Dich“ und „high five“. Charlies Körper entspannte sich, die Rute ging nach oben. Arbeitsmodus. Nun war auch Lis erwacht und taumelte schlaftrunken in die Küche. Erfasste, dass wir klickerten und machte sofort begeistert mit. Drehen, Pfote, Männchen, Bellen – das komplette Programm. So standen wir in der Küche, während draußen die Welt unterging und klickerten wie die Doofen. Charlies FT-F stand staunend neben uns und stellte wahrscheinlich endgültig meine geistige Verfassung in Frage. Doch ich hatte Erfolg. Nach wenigen Minuten war das Gewitter vergessen und Charlie wedelte entspannt herum. Ein guter Zeitpunkt, um wieder ins Bett zu krabbeln… Charlie legte sich zu Lis ins Körbchen, schloss entspannt die Augen und schlief bis zum Morgen entspannt durch.

Ich weiß nicht, ob der Stress vielleicht im Moment durch unseren Umzug bedingt stärker ist. Oder ob das Gewitter einfach besonders war, ob vielleicht mehr fühlbare Spannung in der Luft lag. Wichtig ist auch heute nur noch, dass ich über das Klickern Zugang zu ihm gefunden habe und ihn aus der Stress-Schleife befreien konnte. Es bleibt spannend, wann das nächste Gewitter kommt und wie Charlie dann reagiert.

Charlie am Morgen nach dem Gewitter, entspannt und happy:

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