Mir ist heute wieder einmal bewusst geworden, wie wahnsinnig gut es uns geht. Wir haben ein warmes, schönes Zuhause, ein geregeltes Einkommen, mit dem wir auskommen und uns sogar den ein oder anderen Luxus leisten können. Wenn Charlie oder Lis krank sind, haben wir Geld für den Tierarzt und sogar für alternative Heilmethoden. Wenn es nass und kalt wird, haben wir Geld für warme Klamotten. Und da Charlie im Moment immer mal wieder hustet, wollte ich ihm einen Hunde-Loop (Schal, den man über den Kopf streift) kaufen. Er hat nämlich wenig Unterfell und der Bereich Hals / Kopf kühlt bei ihm schnell aus. Der Körper ist immer recht warm, da Charlie sich viel bewegt. Also nahm ich das Projekt “Schal kaufen” in Angriff. Luxuskram für Hunde.  Und dann hatte ich eine Idee, wie ich unseren Luxus mit einem guten Zweck und Tierschutz verknüpfen kann…

Kölner für Tiere in Not

Seit 2014 kenne ich die Gruppe “Kölner für Tiere in Not”. Hierbei handelt es sich um eine Gruppe bei Facebook, deren Mitglieder privat die Initiative ergreifen und dort Spenden platzieren, wo sie dringend benötigt werden. “Kölner für Tiere in Not” unterstützen die Obdachlosenhilfe in Köln, eine Tierschutz-Organisation in Sofia (Bulgarien), die Tiertafel Köln Höhenhaus e.V, die Eichhörnchenhilfe in Bergisch Galdbach und diverse andere Projekte nah und fern.  Zur Zeit auch ein Waldkatzenprojekt in Köln. Im Kölner Norden leben eine Dame und sieben Katzen im Wald, in einer verlassenen Gärtnerei. Diese Frau hat sich an eine Tierschützerin gewendet, weil die Katzen kastriert werden sollten. Und sie geriet an wunderbare Menschen, die erkannten, dass es mit Kastrationen alleine nicht getan ist. Der Dame fehlt es selber an einigen Dingen, dass sie kilometerweit zu Fuß läuft, um Futter zu kaufen, rückt da fast schon in den Hintergrund.

Also wird sie im Moment von Erna und Monika mit dem “roten Spendenmobil” betreut. Sie bekommt regelmäßig Futter für die Katzen, Entwurmungs- und Parasitenmittel und ganz langsam auch Dinge für den eigenen Bedarf. Denn wie es so ist, vertrauen solche Menschen natürlich nicht spontan und suchen erst mal nach Hilfe für “ihre Tiere”, bevor sie selber Hilfe annehmen. Dieses Projekt hat mich zu Tränen gerührt. Ich bin erschüttert, dass es so etwas in meiner direkten räumlichen Umgebung gibt.

Doch was hat das alles mit den Schals für Charlie und Lis zu tun?

Ich habe in der Gruppe “Kölner für Tiere in Not” nachgefragt, ob nicht eine der tollen Handarbeiterinnen Lust hast, mir diese Schals gegen eine Spende anzufertigen. Und eine Dame, die ich über Stoffspenden bereits kenne, bot sich sofort an. Ihr Tierschutz-Wunschprojekt seien im Moment die Kölner Waldkatzen und es wäre toll, wenn ich dafür spenden würde. So bin ich auf die Waldkatzen aufmerksam geworden. Durfte Fragen stellen, Fotos sehen. Und schämte mich fast ein wenig, wie verdammt gut es uns geht und wie nah so erschütternde Umstände liegen. Die wunderbare Ulla näht also zur Zeit die Schals, damit Charlie und Lis nicht husten  müssen und ich werde eine entsprechende Sachspende tätigen, damit die Katzen genug zu futtern haben. Monika wird die Sachen persönlich mit dem “roten Spendenmobil” ausliefern und dafür sorgen, dass die Spenden an der richtigen Stelle ankommen.

Uns geht es so gut, was können wir tun?

Das “rote Spendenmobil” holt übrigens auch (Sach-)Spenden im Kölner Raum ab.  Handtücher, gebrauchte und neue Dinge für Katze und Hund, Futter, Verbandszeug, aber auch Kleidung und Decken für die Obdachlosenhilfe sind gerne gesehen. Als wir umgezogen sind, habe ich eine Menge Dinge aussortiert, die dort alle noch eine tolle Verwendung gefunden haben. Es geht nicht darum, Geld zu spenden. Sondern um alltägliche Dinge, die wir teilweise im Überfluss besitzen und die andere dringender benötigen.  Und wenn man bei einer solchen Spende einen Sack Futter dazu legt, ist die Freude beim Empfänger noch größer.

Ich ziehe den Hut vor dieser tollen Gruppe, die in ihrer Freizeit und total ehrenamtlich, ohne einen eigenen Verein, Dinge anpackt. Schaut, wo Hilfe benötigt wird und Hilfe organisiert. Hier fließt kein Cent in irgendeine Verwaltung und falls Geldspenden erfolgen, werden diese sofort in Futter umgewandelt und an einen Verein / eine Organisation geliefert, die gerade knapp dabei ist. Sachspenden werden persönlich ausgeliefert und mit Fotos beim Empfänger dokumentiert, als Spender kann man so unmittelbar die Freude beim Empfang miterleben.

Ich bin nicht regelmäßig in dieser Gruppe unterwegs oder aktiv, aber immer mal wieder und ich bemühe mich, ein paar Mal im Jahr zu helfen. Schaut doch mal, ob diese Gruppe nicht auch etwas ist, das ihr unterstützen möchtet. Oder schaut in Eurer unmittelbaren Umgebung, ob es dort ähnliche Gruppen gibt.

Ich denke einfach, wir können ein wenig von dem Guten, das wir im Überfluss haben, abgeben. Und ich bin sicher, dass ich so mit dem Luxus der Schals, den ich Charlie und Lis gönne, den Waldkatzen etwas Gutes tue.  Ich halte Euch auf dem Laufenden und Fotos der Beiden mit ihren Schals folgen, sobald es draußen kalt genug ist.

 

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