Ich schaute heute morgen auf den Kalender, in der Annahme, dass Charlie und ich unser Einzugs-Jubiläum haben. Und bekam einen Schreck: “Verdammt, die Zeit rennt!” Ich dachte, Charlie wäre am 17.11. eingezogen. Fand aber im Kalender keinen Eintrag. Ich war sicher, dass es der Samstag nach meinem Geburtstag damals war. Ganz sicher. Vor zwei Jahren. Ich trank noch einen Schluck Kaffee. Und langsam fiel der Groschen: Es sind schon 3 Jahre! Und nebenbei, es war der 15.11.. Ich habe also unser Jubiläum verpennt und mich auch noch um ein ganzes Jahr vertan.

Das kann nur daran liegen, dass Charlie so juvenil wirkt und Lis zur Zeit auch einen Schub jugendlicher Frische erlebt. Denn es kommt mir sehr unwirklich vor, dass Charlie schon seit 3 Jahren bei uns lebt und somit zwischen 3,5 und 4 Jahren alt ist. Mein “Kleiner” kann doch nicht schon so alt sein. Über Lis Alter möchte ich an dieser Stelle nicht sprechen, denn wenn ich mir klar mache, dass sie seit über 12 Jahren bei mir lebt, dann fühle ich mich alt!

Die Beiden im Wald

Eine nicht in Worte zu fassende Zeit

Meine beiden Köter, Scheißerchen, Lieblinge, besten Hunde der Welt, Fellmonster, Cinderella und Achmed, Blindfisch und taube Nuss, Prinz Charles und Queen Elisabeth – nur eine Auswahl der Spitznamen, die mit der Zeit entstanden sind. Was alle Namen beinhalten: Eine manchmal neckische Beschreibung von Eigenheiten und vor Allem Viel Liebe.

Mit fehlen die Worte zu formulieren, was meine Hunde mir bedeuten. Sie machen mich glücklich, lachen, ab und an ärgerlich, manchmal verzweifelt – aber immer in Verbindung mit einem warmen Gefühl. Sie tragen zu meiner Gesundheit bei, versüßen den Alltag im Büro, machen mein Leben abwechslungsreicher, sind ein Spiegel meines Befindens und heitern mich immer wieder auf.

Warten auf Futter

Liebeserklärungen habe ich ihnen schon ausreichend gemacht und nicht nur solche, bei denen Liebe sprichwörtlich durch den Magen geht. Und trotzdem habe ich das Gefühl, ihnen nicht ganz gerecht werden zu können. Haben sie alles, was sie brauchen? Geht es ihnen so richtig gut? Genug Auslauf, Beschäftigung, Zuwendung? Bestmögliche Versorgung und Anerkennung? An den meisten Tagen würde ich diese Fragen mit “Ja” beantworten, aber es gibt auch Tage, an denen ich zweifle. Wenn es im Büro hektisch ist, ein Spaziergang kürzer ausfällt als üblich oder wir von einem Termin zum anderen jagen. Und an diesen Tagen lege ich mich dann abends auf den Boden und knuddele sie ausgiebig, ausgiebiger als sonst. Denn irgendwie habe ich dann das Gefühl, etwas gut machen zu müssen.

Und dann gibt es diese Tage, an denen wir zusammen unterwegs sind, etwas erleben oder gemeinsam entspannen und beide mich auf ihre spezielle Art anstrahlen. Charlie fast lächelnd, Lis irgendwie milde, nachgiebig. Und dann überkommt mich das Gefühl, dass ich doch einiges richtig mache und sie zufrieden sind.

Sind Daten wichtig?

Ja, ich habe Charlies Jubiläum verpennt. Das ist verschiedenen Faktoren geschuldet. Aber letzten Endes dient ein solches Datum ja nur dazu, sich bewusst zu machen, wie viel man miteinander erlebt hat. Und wir haben viel miteinander erlebt, ich mit den Hunden und die Hunde mit mir.  Wie sagte Muhammad Ali so treffend? “Don’t count the days, make the days count.” Und ich glaube, das schaffen wir an den meisten Tagen!

Mit einer Kaustange auf dem Kissen

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