Dreipunktecharlie

Ein Hund mit PRA

Schlechtes Gewissen und blöde Momente

Diese blöden Momente, wenn ich die Hunde an unseren Hundesitter abgeben muss und ein total schlechtes Gewissen habe… Ich muss beruflich für ein paar Tage auf eine Messe, wir sind Aussteller. Und Charlie und Lis ziehen zu Onkel Mick, seiner wunderbaren Freundin, deren Kindern, Hunden und Katze. Eigentlich ein Traum und die optimal Unterbringung. Ich könnte mir nichts besseres wünschen. Und trotzdem habe ich ein schlechtes Gewissen.

Ein bunter Haushalt mit viel Leben

Mick ist toll. Er kennt Charlie und Lis, seitdem sie bei mir eingezogen sind. Bei Lis ist das eine sehr lange Zeit, bei Charlie sind immerhin auch schon  über 3 Jahre. Er kennt die Hund, sie vertrauen ihm. Und seit einiger Zeit hat Mick eine tolle Frau an seiner Seite, die verrückt genug ist, in ihren Haushalt auch noch meine beiden Hunde zu integrieren. Dabei hat sie Kinder, zwei eigene Hunde und eine Katze. Viele gute Gründe, dass ich mich einfach nur freuen sollte. Charlie und Lis geht es dort sehr gut, beide freuen sich sehr, wenn wir dorthin kommen und laufen freudig wedelnd zur Haustüre.

Charlie genießt es, mit den beiden Münsterländer-Rüden zusammen zu sein. Besonders mit dem jüngeren tobt und rauft er wie ein Wilder. Lis ist, wie wäre es anders zu erwarten, die unangefochtene Chefin. Alle Jungs haben Respekt vor ihr und halten gebührenden Abstand. Mit der Katze hat sie sich irgendwie arrangiert, ich vermute Bestechung. Und sie hat einen würdigen Hofstaat gefunden: Die jüngste Tochter des Hauses liebt Lis, kämmt und verwöhnt sie und sorgt dafür, dass Lis unter den Rüden nicht zu kurz kommt und ihre königliche Stellung gewahrt wird.

Das schlechte Gewissen

Besser könnten wir es nicht treffen. Davon bin ich überzeugt. Und trotzdem nagt das schlechte Gewissen. Lis ist alt und nicht mehr fit. Und ich gebe sie mehrere Tage ab. (Ich habe ihr übrigens verboten, während meiner Abwesenheit krank zu werden oder zu sterben.) Das ist nicht fair ihr gegenüber. Auf der anderen Seite ist diese Messe wichtig für unser Unternehmen und ich muss zudem das Hundefutter verdienen.. Und Mitnehmen ist auch keine Option.

Nicht besser ist es, wenn ich die andere Seite betrachte: Ich mute jemandem einen alterstauben und einen blinden Hund zu. Gleichzeitig. Das klingt nach „Rabenmutter“ und schlechter Freundin zugleich. (Wie konnte ich nur Menschen finden, die so verrückt sind?)

Ich weiß jetzt schon: Ich werde jeden Tag nach einem Bericht und nach Fotos fragen. Die beiden Stinker furchtbar vermissen. Und sie nach meiner Rückkehr mit Liebe überschütten.

Verwöhnprogramm

Schon seit einigen Tagen fahre ich ein massives Verwöhnprogramm: Noch mehr Kuscheln als sonst, viel mehr gemeinsame Zeit auf dem Sofa, noch längere Spaziergänge, besonders tolles Fressen. Und wenn ich zurück komme, wird es nahtlos weiter gehen. Kuscheln, verwöhnen, Zeit nachholen. Ich kann es jetzt schon kaum erwarten.

Wie geht es Euch, wenn Ihr Eure Hunde für einige Zeit abgeben müsst?

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8 Kommentare

  1. Liebe Sandra,
    ich weiß ja, wie sehr sie Mick lieben und sie werden es sicher freudig als Abenteuerurlaub empfinden. Aber ich kann dir die Rabenmutter so nachfühlen.
    Zum Glück musste ich meine Rabauken noch nie abgeben und wüßte auch niemand, der sich freiwillig melden würde. 😉
    Dennoch bin ich mir sehr sicher, dass du die einzige bist, die leiden wird.
    Herzliche Grüße
    Stephie

    • Liebe Stephie,

      ich würde Enki und Luna sofort nehmen! Und Oskar auch. Keine Frage. Das meine ich sehr ernst. 🙂
      Ja, ich leide als einzige. Dessen bin ich mir auch bewusst. Und trotzdem vermisse ich meine Beiden und kann es kaum erwarten, dass wir wieder vereint sind.

      Alles Liebe
      Sandra

      • Und sie schauen dich bestimmt ganz mitleidig an, weil du diesen tollen Kurzurlaub nicht mitmachen durftest. Genieße ihr Mitleid, wenn du wieder Zuhause bist.

        Wenn ich dann mal einen Sitter brauche, setze ich meine Rabauken in den Zug nach Köln. Das schaffen die schon. Enki hat die Adresse im Maul, Luna darf das Taxigeld für die Fahrt vom Bahnhof zu dir bewachen.

        • Sehe ich auch so. Bestimmt ist es für sie einfach eine nette Abwechslung 🙂
          Zum Glück gibt’s Smartphones, da kannst du dich ja über sie stetig auf dem Laufenden halten 😉

  2. Hallo Sandra,
    Ich kann das Gefühl absolut nachvollziehen. Als ich letztes Jahr eine Woche im Urlaub war, war madox bei Bekannten die er über alles liebt und die auch einen Hund haben. Jedoch musste ich jedem Tag erfahren wie es meinem Liebling geht. Habe ihm wahrscheinlich mehr vermisst als er mich ?
    Liebe Grüße Tamara und madox ?

  3. Mach dir nicht so viele Gedanken!
    Wir geben den Dicken einmal im Jahr ab, wenn es uns das Seefahrerherz aus der Brust schreit und meist wird sich im Adgi gestritten. Gerade die männlichen Freunde wollen ihn habem, um die Freundin zu überzeugen =)

    Es tut den Vierbeinern nicht schlecht, wenn sie gut untergebracht sind und wir Zweibeiner erkennen dann endlich mal wieder, wie viel wir von unseren Hunden lernen und wie viel sie uns bedeuten.

    Liebe Grüße

    Anika

  4. Mir geht das auch so. In zwei Wochen bin ich auch wieder wegen der Uni ein paar Tage ohne die Hunde unterwegs. Und habe schon die ganze Zeit ein schlechtes Gewissen deswegen. Natürlich weiß ich, dass sie gut versorgt sind, und trotzdem. Aber ich bin übrigens sicher, dass es ein Vergnügen ist, auf Charlie und Lis aufzupassen und dass alle Beteiligten zufrieden sein werden. 🙂
    Liebe Grüße,
    Nora

  5. Ich kenne das schlechte Gewissen sehr gut. Aber man kann wegen der Hunde eben auch nicht immer die Welt anhalten. Manchmal muss man mal weg. Ich habe allerdings den Verdacht, dass das alles für mich schlimmer ist als für Panini. Sie weiß, dass ich wieder komme und es geht ihr immer sehr gut, wenn ich sie weggebe. Klar, danach ist sie immer ein bisschen misstrauisch, wenn ich Sachen zusammen packe („Du gehst doch nicht etwa SCHON WIEDER ohne mich??“), aber irgendwie beeinträchtigt ist sie ja wirklich nicht.

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