Wie hat Charlie mein Leben verändert? (Werbung)

Wie hat Charlie mein Leben verändert? (Werbung)

Die AGILA Haustierversicherung wird 25 Jahre alt und hat Blogger gefragt, wie sich deren Leben durch den Vierbeiner verändert hat. Eine Frage, die für Charlie und mich wie geschaffen ist, denn die Veränderung, die eine Erblindung des Hundes mit sich bringt, ist vielfältig. Und Charlie hat in meinem Leben eine Menge verändert!

Ein Charmeur kommt ins Haus

Neun Jahre lang gab es Lis und Sandra. Ein eingespieltes Team, beide nicht einfach, beide nicht der Typ „Plausch auf der Hundewiese“. Und dann entstand in mir der Wunsch nach einem zweiten Hund. Es sollte ein netter Rüde sein, der unser Leben bereichert. Der jünger als Lis ist und mir – ganz egoistisch betrachtet – den Abschied von Lis einmal einfacher machen sollte. Dass wir noch mehr als vier gemeinsame Jahre haben sollten, war damals nicht absehbar. Jahre, die ganz anders verliefen als geplant und viele Veränderungen mit sich brachten!

Charlie eroberte Lis‘ und mein Herz im Sturm. Sanftmütig, charmant, immer gut gelaunt aber nie aufdringlich. Gesegnet mit einem ausgeprägten Wunsch nach Sozialkontakten war er zu 100% der Typ „Plausch auf der Hundewiese“. Das zwang Lis und mich dazu, unsere Einstellung zu verändern. Charlie war wie ein Magnet für Hundekontakte. Wichen wir jahrelang freiwillig den meisten Kontakten mit fremden Hunden und deren Haltern aus, so suchte Charlie diese Kontakte.

Lis war immer ein sozialer Hund, sie beherrschte die Kommunikation mit Artgenossen sehr gut, hatte aber sichtlich kein Interesse an einer Vertiefung von Freundschaften. Sie spielte nicht, fand die meisten Hunde zu aufdringlich und war am liebsten von Hunden umgeben, die eine respektvolle Distanz wahrten.

Charlie tobt bis heute leidenschaftlich gerne mit anderen Hunden, ist im Spiel distanzlos und liebt Kräftemessen mit seinen Kumpels. So passten wir uns an seine Bedürfnisse dahin gehend an, dass nun regelmäßige Treffen mit anderen Hunden Teil unseres Lebens wurden.

Die Diagnose PRA

Nach einem guten Jahr bei uns fiel mir auf, dass Charlie im Dunklen unsicher wurde, Hindernisse nicht mehr erkannte und offensichtlich unter einer Nachtblindheit litt.

Schnell war die endgültige Diagnose gestellt: PRA, Progressive Retinaatrophie. Diese genetisch bedingte Form der Erblindung beginnt mit einer Nachtblindheit und endet mit einer völligen Blindheit. Im Herbst 2018 haben wir die letzte Augenuntersuchung hinter uns gebracht, ich hoffte zu diesem Zeitpunkt noch auf eine Rest-Sehkraft, dies konnte leider nicht bestätigt werden. Charlie ist völlig blind.

Diese Diagnose brachte vor allem Verunsicherung mit sich. Wie lebt es sich mit einem blinden Hund? Welche Einschränkungen gibt es? Wird dieser Hund noch Freude am Leben haben?

Die Veränderungen, die die PRA mit sich brachte

Nach dem ersten Schock war klar: Ich werde Charlie niemals wie einen behinderten Hund behandeln. Nicht, weil ich kaltherzig bin, sondern weil ich von den meisten Methoden, die für blinde Hunde empfohlen werden, nicht viel halte.

Von „Gehen Sie auf 2 – 3 bekannten Wegen spazieren“ über „Halten Sie andere Hunde und Menschen auf Abstand“ bis hin zum Einsatz von Duftölen und Glöckchen zur Markierung – das Internet ist voll von Tipps, wie man aus einem behinderten Hund einen Pflegefall machen kann.

Ich entschied mich bewusst für einen anderen Umgang. Charlie sollte nach Möglichkeit ein entspanntes, freies und aktives Leben führen. Erfahrungen machen, Freiheiten genießen und in einem Vertrauensverhältnis zu mir so viel Selbstbewusstsein wie nötig aufbauen.

Und so begann ich, Maßnahmen für uns zu ergreifen. In Zusammenarbeit mit einer Alternativen Tiermedizinerin entwickelte ich einen Trainingsplan, der Charlie zu einem selbstbewussten und unabhängigen Hund machen sollte. Er bekam Konstitutionsmittel, die ihn stärken sollten, denn die Unsicherheit über die schwindende Sehkraft war spürbar. Ich trainierte Kommandos mit ihm, die die Orientierung vereinfachen sollten und wir gingen so oft wie möglich in fremde Umgebungen. Charlie war in der Großstadt, auf dem platten Land, lief mit mir über Stege, fuhr Bahn, übernachtete mit mir in Hotels und bei Freunden.

In jeder neuen Umgebung orientierten wir uns gemeinsam, Charlie lernte Räume zu erkunden und sich niemals aus der Ruhe bringen zu lassen.

Und wenn ich heute zurückblicke, denke ich, dass wir den richtigen Weg für uns gegangen sind: Ich habe einen souveränen, entspannten Hunde, der trotz Erblindung Canicross mit mir macht und auch Trails in der Eifel spielend bewältigt!

 

Bloggen, Gewerbe, Sport – Charlie hat mehr bewegt, als ich jemals geahnt hätte

Charlie und seine Erblindung haben mein Leben maßgeblich verändert. In vielerlei Hinsicht und in allen Punkten positiv!

Anfang 2016 begann ich zu bloggen, weil ich im Internet auf der Suche nach Infos zur PRA niemanden gefunden hatte, der aus dem Alltag mit blindem Hund berichtet und mir das Gefühl gab: Diese Erkrankung ist kein Handicap.

Ich entschloss mich, seine Erblindung und unseren Alltag zu dokumentieren, anderen betroffenen Haltern eine andere Seite des Lebens mit blindem Hund zu zeigen.

Aus diesem für mich sehr persönlichen Blog ist mittlerweile ein Kleingewerbe entstanden, ich durfte mit tollen Kooperationspartnern zusammenarbeiten und habe sogar Freundschaften zu anderen Bloggern geschlossen. Und wenn ich Freundschaften schreibe, meine ich Freundschaften. Menschen, die ich liebgewonnen habe und die mir mit Rat und Tat zur Seite stehen. Die ich ohne Charlie und den Blog wahrscheinlich niemals getroffen hätte!

Und Charlie hat mich zum Sport gebracht. Mied ich – Spaziergänge und Hundewanderungen ausgenommen – Sport seit über 20 Jahren, so wurde immer klarer: Charlie braucht mehr Aktion und Anspruch.

Charlie ist ein Energiebündel und er liebt es, zu laufen. Mein normales Tempo reichte ihm nicht. Und dann haben mich zwei wunderbare Blogger-Freundinnen in die richtige Richtung geschubst: Canicross. Und heute, ein dreiviertel Jahr nach unseren ersten Anfängen und einer erfolgreichen Teilnahme an Camp Canis kann ich sagen: Charlie liebt es, mit mir zu laufen. Er liebt es, im Zuggeschirr zu ziehen und mit mir gemeinsam dieses Abenteuer zu erleben. Und obwohl ich bis heute kein überzeugter Sportler oder Läufer bin, mache ich es ihm zuliebe.

 

Charlie lehrt mich jeden Tag: Alles ist möglich

Charlie strahlt eine Lebensfreude aus, die ansteckend ist. Neuen Situationen begegnet er mit einer Begeisterung, die mich sprachlos macht. Sein Orientierungssinn und sein unerschütterliches Vertrauen in sich, die Welt und auch mich sind, nicht in Worte zu fassen. Wenn Charlie gegen ein Hindernis stößt, schüttelt er sich und startet einen neuen Versuch. Aufgeben oder Resignieren ist für ihn einfach keine Option.

Er lehrt mich, dass wir gemeinsam alles erreichen können, motiviert mich, neue Wege zu gehen.

Ja, Charlie hat mein Leben verändert: Er hat mir gezeigt, dass eine Behinderung kein Handicap ist und man nur das richtige Team braucht, um alles zu erreichen.

 

Lust auf ein Gewinnspiel? Dann schaut gerne bei Instagram vorbei! Dort verlosen wir bis zum 17.06.2019 tolle AGILA-Boxen. (Die Teilnahmebedingungen sind hier nachzulesen.)

 

Blogparade: 

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2 Antworten

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