Urlaubsliebe

Urlaubsliebe

Alleine verreisen und verliebt zurückkommen – ich gestehe, auch mir ist das passiert!

Wild, rau, romantisch, verwegen, mit Ecken und Kanten, aber doch sanft und zugänglich. Alles, nach dem ich mich gesehnt habe. Und das Beste: Charlie war auch sehr angetan.

Côte de Granit Rose

Eine Woche war uns an der phantastischen Côte de Granit Rose in der Bretagne vergönnt. Charlie und ich sind entspannt mit dem Auto gereist und die knapp 1.000 km haben sich wirklich gelohnt.

Über diese Küste las ich durch Zufall in einem Kriminalroman und die Beschreibung der Landschaft packte mich sofort! Ich wollte dorthin. Durch das Traouïéro Tal wandern, entlang der Küste spazieren und durch die Felsen klettern.

Schnell war ein hundefreundliches Hotel am Meer gefunden und gebucht. Ich suchte Wanderstrecken heraus, listete Restaurants und Crêperien auf und prüfte die örtlichen Tierarztpraxen samt Bewertungen online für den Notfall. Und dann musste ich monatelang auf diese Reise warten.

Träumte in der Zwischenzeit von der Landschaft, dem Essen und tollen Bretonen.

Die Landschaft

Landschaftlich hat dieser Teil der Bretagne mich umgehauen. Nichts, was ich dort nicht gefunden hätte: Sandstrand, Felsenküste, Eichenwälder, grüne Wiesen, weite Felder, Bäche, Seen, Meer und sogar Palmen. Und den wirklich nicht in Worte zu fassenden rosa Granit. Der nicht nur im Sonnenuntergang seine unwirkliche Farbe zeigt.

Charlie und ich haben jeden Tag mindestens eine Wanderung unternommen und jeden Tag etwas Neues entdeckt.

Wir sind im Watt um eine Halbinsel gelaufen, über Sandstrände gerannt, durch verwunschene Wälder gestrichen und ich habe ihn über Felsen getragen. Wir schwammen im kristallklaren Wasser des Meeres, haben uns im Gras der Dünen versteckt und abends romantische Sonnenuntergänge erlebt.

(Wer möchte, kann einen Teil unserer Wanderungen bei Komoot einsehen, schreibt mich dazu gerne per Mail an.)

Das Essen

Charlie und ich haben eine Woche gefuttert wie die Weltmeister. Da wir kein Barf mitnehmen konnten aus Ermangelung einer Kühlmöglichkeit in Auto und Hotel, habe ich Charlie auf Trockenfutter umgestellt. Hier haben wir eines, mit dem wir sehr gute Erfahrungen gemacht haben, das er gerne frisst und gut verträgt.

Aber: Natürlich durfte Charlie viel von dem probieren, was ich vor Ort gegessen habe. Über wunderbare Galettes und Crêpes bis hin zu Meeresfrüchten – wir haben gelebt wie Gott in Frankreich.

Für mich eine wirkliche Überraschung: In dieser Region liebt man gesalzenes Karamell. In allen Variationen. Als Aufstrich, Füllung von Gebäck, Bonbons, Soße zu Crêpe – für mich paradiesisch!  

Während unseres Aufenthaltes habe ich es eigentlich immer so gehalten, dass ich die Restaurants vorher angerufen und einen Tisch für abends reserviert habe. So wusste ich sicher, dass sie außerhalb der Saison geöffnet und Hunde erlaubt sind.

Ich war wirklich froh, vor dem Urlaub nochmals mein Französisch aufgebessert zu haben, das hat vieles vereinfacht.

Bis auf ein Restaurant waren auch in allen Hund gern gesehene Gäste und Charlie bekam sein Getränk (ein frischer Napf Wasser) immer unaufgefordert und meistens schon, bevor man mir die Speisekarte gab.

Mittags waren wir häufig in Cafés oder Crêperien, auch hier wurde Charlie immer wahnsinnig freundlich und liebevoll behandelt.

Im Hotel wären Hunde auch im Frühstückraum erlaubt gewesen, leider fand das ein anderer Gast aber nicht ganz so gut. Schon als ich am ersten Morgen mit Charlie in den Raum trat, bemerkte ich die Unruhe dieses Gastes. Ich habe dann umgehend an der Rezeption nachgefragt, die das freundlicherweise mit dem Gast besprochen haben. Ich habe dann den „Charlie ist blind und kann nicht alleine bleiben“-Joker gezogen, damit Charlie nicht alleine auf dem Zimmer warten musste während des Frühstücks.

Und so kam ich morgens in den Genuss, mit Charlie auf dem Zimmer frühstücken zu dürfen.

Das war für uns eine sehr gemütliche und schöne Lösung.

Insgesamt war unser Hotel ein Volltreffer: Klein, familiär und gut gelegen. Die Zimmer waren hell, sauber und schick, wir hatten ein Gartenzimmer mit kleiner Terrasse und direktem Zugang zum Hotelgarten. Wenn wir eine Mittagspause gemacht haben, hat Charlie immer entspannt im Garten in der Sonne gelegen. Das Personal war durchgehend freundlich, zugewandt und wirklich liebevoll. Da ich vorhatte, morgens ganz früh abzureisen und dann die Küche noch geschlossen war, erklärte man mir die Kaffeemaschine im Büro, damit ich mir morgens wenigstens einen Kaffee machten konnte.

Die Bretonen

Schon am Umgang im Hotel merkt man: Die Bretonen sind besonders. Freundlich, zugewandt, offen und ein ganz besonderer Schlag Mensch. So habe ich bisher nur die Iren erlebt.

Und auch in allen anderen Situationen hatte ich immer den Eindruck, dass Charlie und ich sehr willkommen waren!

Bevor wir irgendwo eintraten, fragte ich immer auf Französisch, ob ich mit meinem Hund eintreten dürfte. Und nur einmal lautete die Antwort darauf „Nein.“. Diese Absage erhielten wir in einem kleinen Geschäft mit Postkarten, wurden aber nicht einfach abgewiesen, sondern auch gleich gefragt, was wir denn wollten. Ich hatte schon Postkarten draußen ausgesucht und antwortete, dass ich diese samt Briefmarken kaufen wolle. Der nette Herr kam zur Türe, nahm meine Postkarten, ging hinein, kam samt Postkarten und Briefmarken zurück. Nahm mein Geld, ging hinein, holte das Wechselgeld und kam wieder zurück an die Türe. Was für ein unglaublicher Service!

Auch auf unseren Wanderungen hatte ich nennenswerte Begegnungen. Wer uns länger liest, weiß, dass Charlie manchmal von mir getragen wird, wenn der Weg zu gefährlich ist. Das haben wir bereits in der Eifel so gehalten. In der Eifel erntete ich sonderbare Blicke von Wanderern, wenn ich Charlie trug.

Ganz anders in der Bretagne:

Im Traouïéro Tal sind einige Wege sehr schmal und felsig, so dass sie für Charlie auch mit meiner Führung nicht zu bewältigen sind. Ich nahm ihn also auf den Arm und habe ihn durch diese Passagen getragen. Dabei kamen uns Wanderer entgegen, die sofort aufgeregt fragten: „Ist Ihrem Hund etwas passiert? Ist er verletzt? Brauchen Sie Hilfe?“

Ich erklärte dann brav, dass er blind sei und alles in Ordnung. Während ich die Menschen verliebt und ungläubig anstrahlte! Noch niemals hat mir in so einer Situation jemand Hilfe angeboten!

Die meisten Wanderungen verliefen ohne Menschenbegegnungen, außerhalb der Saison sind die Routen nahezu einsam. Das hat mir natürlich besonders gefallen, aber die Begegnungen, die wir hatten, waren alle so herzlich, dass ich sie auch nicht missen möchte.

Jeder Wanderer begrüßte uns, bedankte sich, wenn ich Charlie auf die Seite nahm und wenn wir Pausen machten und Charlie etwas zu trinken bekam, wurde ich sogar auf meine Fürsorge angesprochen, dass ich Wasser für den Hund dabei habe. (Wenn die gewusst hätten, dass ich auch Wein und ein Glas für mich dabei hatte!)

Die Liebe

Ja, auch ich habe mich im Urlaub verliebt. Ich stehe dazu.

In die Côte de Granit Rose, die Bretonen und auch wieder und wieder in Charlie.

Es war ein traumhafter Urlaub mit einer wunderbaren Begleitung durch einen entspannten Charlie, der die Freiheit und Freizeit ebenso genossen hat wie ich.

Eines ist sicher: Wir werden wieder dorthin fahren. Denn selten habe ich mich an einem Ort so willkommen und wohl gefühlt.

 

 

 

 

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