Gastbeitrag vom Mann: Mein Hund, Sheldon

Gastbeitrag vom Mann: Mein Hund, Sheldon

Wer diesen Blog liest weiß natürlich, dass der Vierbeiner nicht Sheldon, sondern Charlie heißt. Warum ich den Beitrag dennoch so überschreibe?

Ich habe neulich mit der Frau “The big bang theory” gesehen und möglicherweise erinnert sich der ein oder andere an die Szene, in der Protagonist Sheldon Cooper verwirrt und ratlos über das weitere Vorgehen ist, da jemand anderes auf seinem Platz sitzt. Das zu sehen erinnerte mich plötzlich sehr an jemanden, der ebenfalls feste Gewohnheiten hat…

Auch Hunde sind Gewohnheitstiere

Charlie hat, wie auch wir Menschen, eingespielte und eingeprägte (Tages-)Abläufe. Und ein sehr gutes Zeitgedächtnis für bestimmte Ereignisse.
So ist klar, dass um Punkt 18 Uhr Abendessen im Napf zu sein hat. Der Hund kann bis kurz vor 18 Uhr dösig auf seinem Platz liegen, doch ab 18 Uhr steht er auf und macht durch Kopfschieflegen und Schwanzwedeln darauf aufmerksam, dass doch jetzt Essenszeit ist.

“Essenszeit” ist übrigens auch dann, wenn wir mit unserem Abendessen fertig sind und einer seinen Stuhl nach hinten rutscht. Das ist für Charlie das untrügliche Zeichen, dass doch bestimmt noch jemand etwas für ihn übrig gelassen haben muss und er das gleich bekommt. Und so setzt er sich, freudig mit dem Schwanz wedelnd und gar nicht mal offensiv aufdringlich hin und wartet – meistens mit Erfolg.

Der Hund hat aber auch Vorlieben und Gewohnheiten, wenn es um die Spazierrunden geht. Das geht schon beim Verlassen der Wohnung los.
Abgeleint wird am Treppenabsatz auf die lahmen Zweibeiner gewartet. Angeleint wird der Treppenabgang immer rechts vom Zweibeiner an der Wandseite genutzt. Beim Übergang zur nächsten Treppe wechselt Charlie dann auf die linke Seite über, um dort neben uns die Treppe runterzugehen.

Auffällig: die Seite, die er fürs Hinabsteigen nutzt ist auch gleichzeitig die, die er dann bei der Rückkehr zum Hinaufsteigen verwendet – und oben angekommen, wartet er freudig wedelnd darauf, dass wir uns auch endlich hinaufbequemen und ihm doch bitte die Tür und damit den Weg zum Wasser öffnen. Nach dem Trinken wird zunächst einmal einer seiner Plätze in der Wohnung zum Entspannen gesucht – oder, wenn es die Heimkehr von der Spätrunde war – Posten vor der noch verschlossenen Schlafzimmertür bezogen. “Wir waren doch jetzt draußen, jetzt gehen wir schlafen, richtig?”

Apropos “sein Platz”: Charlie hat in der Wohnung und auf dem Balkon gleich mehrere Stammplätze. Da ist bspw. die kleine Sofaecke auf dem Balkon, die er grundsätzlich nach dem Frühstück ansteuert und von der aus er das morgendliche Treiben der Nachbarschaft aushorcht. Wird es ihm dort zu kalt, wechselt er auf seine Liegestatt auf der Wohnzimmercouch. Dort liegt er dann meist mit dem Kopf auf der Armlehne und döst vor sich hin.

Hier kommt der Coopersche “Das-ist-mein-Platz-Komplex” ins Spiel

Wenn Besuch im Haus ist und Jacken, Rucksäcke oder ähnliches auf seinem Platz abgelegt werden, steht Charlie irgendwann ähnlich ratlos und verwirrt – vllt. sogar ein wenig empört wie Sheldon Cooper – vor der Couch, mit der Nasenspitze vor den Platzbesetzern.

Und er legt große Geduld an den Tag. Leicht mit dem Schwanz wedelnd, steht er so lange vor der Couch bis sein Platz freigeräumt wurde. Dann hopst er rauf und rollt sich zusammen – den Kopf auf der Lehne, glücklich. Es ist eben “sein” Platz.

Anmerkung der Frau: 

Danke für den tollen Beitrag, der mich sehr amüsiert hat und die Leser dieses Blog hoffentlich auch. Schön, dass Du für Charlie da bist und auch seine Gewohnheiten und Macken liebst! 

Und dass Charlie ein absoluter Ritual-Fanatiker ist, lässt sich seit Jahren nicht abstreiten. Auch von mir nicht – und ich liebe ihn sehr. 

 

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