Ihr Hund ist so entspannt (Werbung)

Ihr Hund ist so entspannt (Werbung)

Kürzlich waren wir eine Wochen in Italien im Urlaub. In dem recht kleinen Hotel waren zu diesem Zeitpunkt vier weitere Reisende mit Hund und es ist wirklich spannend zu sehen, wie unterschiedlich die Mensch-Hund-Teams auf andere Urlauber wirken. Und so freute es mich besonders, als ein anderer Hotelgast mir sagte: „Ihr Hund ist so entspannt.“

Das mit Abstand schönste Kompliment, das wir in diesem Urlaub bekommen haben, passt hervorragend zur AGILA-Blogparade: Alles in Bewegung – Fitte Pfoten mit AGILA. Denn eine passende Auslastung des Hundes ist für mich Voraussetzung für Entspannung.

Auslastung – was bedeutet das überhaupt

Auslastung bedeutet „volle Ausnutzung der Leistungsfähigkeit“, zumindest im technischen Sinne. Meine persönliche Definition von Auslastung in Bezug auf Hunde und im speziellen Charlie ist, dass er körperlich und geistig genug Reize erfährt, um fit und nicht unterfordert zu sein.

Charlie ist ein Border Collie-Mix und vor seinem Einzug habe ich mich natürlich mit den Wesenszügen dieser Rasse beschäftigt.

Border Collies gehören nach FCI-Standard in die Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde und werden bis heute als Arbeitshunde eingesetzt.

Viele Halter lasten ihre Border Collies mit Agility oder Treibball aus, so kann man die recht hohe Arbeitsbereitschaft mit einer sinnvollen Aufgabe kombinieren.

Vor Charlies PRA-Diagnose hatten wir nur knappe 13 Monate Zeit miteinander und waren zu diesem Zeitpunkt gerade dabei, unseren gemeinsamen Trainingsweg zu finden: Die Balance zwischen Auslastung und Entspannung.

Konditionierte Ruhe

Das erste, was ich mir mit Charlies Einzug vornahm: Ich möchte vermeiden, dass er ein total überdrehter Border-Mix mit Ball-Fetisch wird. Solche Hunde kannte ich aus der Nachbarschaft und diese dienten mir als Negativ-Beispiel. Kein Spaziergang ohne Ball, kaum soziale Kontakte aufgrund der Ball-Fixierung und irgendwie auch kein Verhältnis zum Hundehalter – so erlebte ich diese Hunde und ich hatte wirklich Sorge, dass wir auch so enden.

Also wurde Spielzeug streng reglementiert und statt Ball setzte ich auf Futterbeutel und Dummy.

Weiterhin tätigte ich zwei für mich wichtige Anschaffungen: Eine Decke für unterwegs und einen Schrittzähler.

Das mag auf den ersten Blick komisch wirken, war aber für uns total logisch. Die Decke brauchte ich für das Ruhe-Kommando, den Schrittzähler für ein gleichbleibendes Training.

„Decke“ – dieses Kommando ist für uns bis heute elementar. Egal wohin es uns zieht, eine Decke ist immer dabei. Ob im Restaurant, im Hotelgarten oder bei Freunden, Charlie bekommt mit seiner Decke (alternativ einer Jacke, einem Tuch, einem Handtuch) einen Platz zugewiesen.

Diesen Platz wähle ich aus, noch bevor ich einen Platz für mich suche. So weiß Charlie, wo er liegen darf und er kennt seine „Aufgabe“ für die folgende Zeit: Diesen Platz hüten.

Dieses Kommando hat für mich viele Vorteile: Charlie hat einen festen Rahmen, er weiß, wo er hingehört. Ich manage die Situation für ihn und sorgen gleichzeitig dafür, dass dieser Platz auch eine Ruhezone für ihn ist und ihn niemand dort stört.

Das geht so weit, dass ich andere Hunde vor dieser Decke abblocke. So passiert im Urlaub: Charlie liegt auf seiner Decke bei uns am Tisch und schläft. Ein anderer Hundehalter kommt mit seinem (nicht angeleinten) Hund im Fuß in unsere Richtung und es zeigt sich, dass er sehr nahe an uns vorbei gehen wird. Also stehe ich auf und stelle mich deutlich vor Charlie und seine Decke. Der andere Hund hat so keine Möglichkeit, an Charlie heran zu kommen und Charlie muss keine Störung fürchten. Dass dieses Konzept für uns klappt, sehe ich daran, dass Charlie noch nicht mal mehr den Kopf hebt in solchen Situationen. Er fühlt sich so sicher, dass er dem anderen Hund keinerlei Aufmerksamkeit zukommen lässt.

Die „Decke“ haben wir anfangs zuhause etabliert, er wurde dorthin geschickt und bekam dann immer eine Belohnung, wahlweise Kuscheln oder Futter.

Dann haben wir die Decke an fremde Orte mitgenommen und Charlie darauf platziert. Anfangs immer an der Leine, die ich mit dem Fuß gesichert habe. So war sein Freiraum auf die Decke beschränkt und ich brauchte nicht viele Worte, um ihn dort zu halten. Schon nach kurzem war die Decke auch an fremden Orten etabliert und Charlie hatte sie als Ruhezone angenommen.

Bewegung

Das richtige Maß an Bewegung war für mich persönlich die größte Herausforderung. Wie viel Bewegung und körperliche Auslastung braucht Charlie? Was kann ich täglich leisten?

Ich hielt es schon vor Charlie so, dass meine Hunde vier Gänge am Tag mit mir machen: zwei größere Spaziergänge, zwei kleinere zum Lösen.

Charlies Border Collie-Gene machten mir (unabhängig von der PRA) von Anfang an Sorgen. Würde ich seiner Arbeitsbereitschaft gerecht werden können? So viel bieten, dass er zufrieden ist, so viel, wie ich regelmäßig leisten kann und nicht zu viel, damit er nicht übertrainiert wird?

Ich beschloss, mich an meinem persönlichen Schrittziel zu orientieren und Charlie an ca. 10.000 Schritte mit mir zu gewöhnen. Diese Strecke kann ich auch an Wochentagen gut erreichen und erlaufe sie vor und nach der Arbeit sowie in der Mittagspause mit ihm.

Natürlich laufen wir nicht nur stupide durch die Gegend, sondern haben am Anfang auf diesen Runden immer wieder Unterordnungstraining eingebaut und später Tricks.

Im ersten Jahr habe ich Charlie viel mit Handzeichen geleitet, er hat total gut darauf reagiert und es war für uns beide eine Freude, mit Sichtkommandos zu arbeiten. Je schlechter seine Augen wurden, desto mehr mussten wir auf Hörkommandos umsteigen, was aber in der Umsetzung zum Glück keine Probleme bereitete.

Bis heute versuche ich, die körperliche Auslastung mit der geistigen zu verbinden, denn trotz Erblindung sind Charlies Ansprüche nicht gesunken.

Sicherlich ist es so, dass mit der Abnahme der Sehfähigkeit die Belastung durch Außenreize am Anfang stieg und Spaziergänge für ihn anstrengender waren. Seine neue Orientierung erforderte Konzentration und Charlie war manchmal nach kurzen Runden ziemlich fertig. Doch je mehr er sich an die Blindheit gewöhnte, desto mehr fand er in den alten Rhythmus zurück.

Schnell wurden „einfache“ Spaziergänge langweilig und Charlie forderte Beschäftigung.

Abenteuer

Gegen Langeweile bauen wir nach wie vor Abwechslung in unsere Spaziergänge ein. Mal haben wir ein Playdate mit anderen Hunden, mal absolvieren wir Trainingseinheiten, mal Tricks, mal erleben wir ein „Abenteuer“.

Abenteuer bedeutet für uns, dass wir uns auf schwierige Strecken oder unbekannte Untergründe begeben. Das kann ein steiler Anstieg mit engen Passagen sein, das Balancieren über Baumstämme oder Hängebrücken oder auch Untergründe wie Gitter, Stege und alles, was Charlie besondere Konzentration abverlangt.

Er muss dann seine Umgebung bewusster wahrnehmen und enger mit mir zusammenarbeiten, was ihn merklich anstrengt.

Im Urlaub war so eine Situation ein ca. 3 m breites Gitter, dass über einen Schacht in der Straße gelegt war.

Charlie mag Gitter nicht besonders und ist eher unsicher, wenn er sich darauf bewegen muss. Er setzt dann jeden Schritt sehr bedächtig und hat die Nase nah am Boden, als würde er versuchen, das Gitter zu lokalisieren. Dabei ist er hochkonzentriert und man merkt ihm die Anspannung fast körperlich an.

Eine andere Situation war unsere Wanderung zu einem Aussichtspunkt. Eigentlich eine eher kurze Wanderung von 7 km, aber stellenweise anspruchsvoll für ihn. Auf einem Stück mussten wir einen Hang bergab gehen, steinig und schmal. Dabei muss Charlie hinter mir gehen und ganz nah bei mir bleiben, damit er den Weg nicht verliert. Ich bremse ihn dabei mit meinem Körper aus, gebe ihm die Richtung vor und sage ihm „Stufe“ oder „langsam“ an. So werden wenige Meter Weg für uns zu einem anstrengenden Abenteuer, bei dem wir konzentriert miteinander arbeiten.

Doch auch der reine Spaß kommt nicht zu kurz: Auf einem Großteil unserer Spaziergänge darf Charlie freilaufen, nach Herzenslust schnüffeln, in Bächen oder Seen baden und „einfach nur Hund sein“.

Ein gleichbleibender Rhythmus, egal wo wir sind

Und diesen Rhythmus behalten wir natürlich auch im Urlaub bei. Charlie bekommt seine 4 Spaziergänge am Tag (zeitlich angepasst an die Temperaturen), hat stets seine Decke und seinen festen Platz und zeigt sich so anderen Menschen gegenüber als entspannter und zufriedener Hund.

Er bellt nicht, wenn er mit uns im Gemeinschaftsgarten neben der Liege liegt, fällt im Restaurant nicht auf, wenn er neben dem Tisch schläft und ist ein gern gesehener Hotelgast, der von anderen Gästen gelobt wird, weil er so angenehm „nicht auffällt“ und niemanden mit seiner Anwesenheit stört.

Dieser Rhythmus ist für uns beide wichtig und steht vielleicht für etwas, das ich verinnerlicht habe: Wenn ich die Ansprüche meines Hundes nach Bewegung, Beschäftigung und Abenteuer erfüllt habe, kann er danach entspannt meine Ansprüche erfüllen. Sei es, dass ich arbeiten muss, lesen oder essen möchte – er kann dann ganz entspannt ruhen und die Decke hüten.

Dieser Beitrag ist Teil der AGILA-Blogparade: Alles in Bewegung – Fitte Pfoten mit AGILA.

Wir danken AGILA für die Zusammenarbeit und den ausgesprochen angenehmen Kontakt.

Wenn Ihr mögt, schaut auf unserem Instagram-Kanal vorbei, dort veranstalten wir bis zum 10.09.2021 ein Gewinnspiel in Kooperation mit der AGILA.

Die Teilnahmebedingungen findet Ihr hier: Teilnahmebedingungen

Lest doch gerne mal bei den anderen Teilnehmern vorbei:

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sleepherds.de

revaandme.de

www.lieblingskatze.net

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dogsoulmate.de

verbelltundgehoppelt.de

behuetetundgeliebt.de

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cavimami.de

 

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